Venerabile Edel Marie Quinn

4. September 2024

Ehrwürdige Edel Mary Quinn

Liebe, verehrte Freunde,

Das im 6. Jh. durch den hl. Patrick evangelisierte Irland hat zahlreiche Missionare in die Welt entsandt. 1921 ist in Dublin die Legion Mariens gegründet worden, eine katholische Laienvereinigung, die mit Billigung der Kirche und unter der besonderen Obhut der Unbefleckten Gottesmutter durch die Heiligung ihrer Mitglieder, das Gebet sowie den ehrenamtlichen Dienst den Ruhm Gottes zu mehren trachtet. Ihr Ziel besteht darin, die Welt um Maria zu bereichern – ein unfehlbares Mittel, um sie für Jesus zu gewinnen. Heute zählt die Organisation mehrere Millionen Mitglieder in etwa 170 Ländern.

Ehrwürdige Edel Mary Quinn Am 15. Dezember 1994 erklärte der heilige Papst Johannes Paul II. Edel Mary Quinn, ein Mitglied der Legion Mariens, zur ehrwürdigen Dienerin Gottes (Vorstufe zur Seligsprechung). Das am 14. September 1907 in Kanturk in der Republik Irland geborene Mädchen sollte vier Tage nach seiner Geburt getauft werden und auf Wunsch seiner Eltern eigentlich den Vornamen Adele erhalten; doch der Priester verstand Edel statt Adele, fragte nicht weiter nach und trug diesen Namen in das Taufregister ein. Edel war das älteste Kind der Familie, nach ihr kamen noch vier Brüder und eine Schwester zur Welt. Ihr Vater Charles war Bankangestellter und musste des Öfteren umziehen, bevor er sich 1924 endgültig in Dublin niederlassen konnte. Seine Frau war ein Inbegriff aktiver, auf tiefer Frömmigkeit beruhender Güte.

Eine Nonne, die Edel bereits als Kind gekannt hatte, bezeugte später: „In der Schule war sie wirklich ein kleiner Teufelsbraten; sie wurde zwar nie frech, war aber stets voller Überschwang, lebhaft, fröhlich und immer auf Streiche aus. Ihre kindliche Schlichtheit verband sie mit echter Selbstbeherrschung und großem Charme. Ihre Selbstlosigkeit und Gefälligkeit waren bemerkenswert. Als geborene Organisatorin machte sie alles gut, was sie unternahm.“ Das junge Mädchen war eine ausgezeichnete Sportlerin und Tänzerin und erhielt eine solide christliche Ausbildung.. Aufgrund schwerer familiärer Schicksalsschläge musste sie die Schule frühzeitig abbrechen und nach Hause zurückkehren, wo sie jeden Tag zur Messe ging und viel las.

Mit 19 Jahren suchte sich Edel eine Arbeitsstelle und wurde von einem Franzosen in einer Dubliner Importfirma als Sekretärin eingestellt. Aus dem schüchternen, aber beherzten jungen Mädchen wurde eine Sekretärin, die auch vertrauliche Aufträge erledigen konnte. Sie lernte Französisch, und ihr spirituelles Leben profitierte sehr von der Lektüre französischsprachiger Werke. Ihr Arbeitgeber war von der ersten Begegnung an von ihrem Lächeln fasziniert;aufgrund ihrer menschlichen Qualitäten verliebte er sich bald in sie. Als er Irland aus geschäftlichen Gründen verlassen musste, machte er ihr einen Heiratsantrag. Er war sehr überrascht, als Edel ihm zu verstehen gab, dass sie nicht annehmen könne, da sie sich Gott versprochen habe. Die junge Frau fühlte sich tatsächlich schon in sehr jungem Alter zum Eintritt in einen kontemplativen Orden berufen. Da sie jedoch befürchtete, dass ihre ablehnende Haltung negative Folgen für das spirituelle Leben ihres Freiers haben könnte, unterhielt sie eine Zeit lang noch einen freundschaftlichen Briefwechsel mit ihm.

Während Edel darauf wartete, ihrer Berufung folgen zu können, entspannte sie sich beim Golfspielen sowie beim Musizieren. Nach und nach gab sie diese Freizeitvergnügen allerdings auf und half lieber ihrer Mutter bei der Hausarbeit oder widmete sich der Armen- bzw. der Krankenhilfe.. Der Sonntag war für sie wirklich der Tag des Herrn. Morgens besuchte sie mehrere Messen und vertiefte dabei ihren Glauben, so dass sie bald über eine umfassende christliche Bildung verfügte. Sie verspürte ein intensives Bedürfnis nach Beten und Andacht, pflegte aber auch ihre Freundschaften weiter. Während sie darauf wartete, dass ihr klar wird, welchem Konvent sie als Nonne beitreten sollte, wurde sie 1927 bereits mit 20 Jahren Mitglied der Legion Mariens, einer Vereinigung, die 1921 von Frank Duff (1889-1980), einem Ministerialbeamten, gegründet worden war (für ihn läuft bereits ein Seligsprechungsprozess). Duff wollte ursprünglich nur eine kleine lokale Gruppe gründen, doch seine Initiative breitete sich weltweit aus. Er wurde sogar persönlich eingeladen, während des II. Vatikanischen Konzils vor Bischöfen aus der ganzen Welt zu sprechen. Ein Grundprinzip für die Mitglieder der Legion ist die Unterwerfung unter das Lehramt der Kirche. Die Legionäre beteiligen sich am Leben ihrer Gemeinde, indem sie an deren Aktivitäten mitwirken, insbesondere an Familien- und Krankenbesuchen. Jedes Mitglied muss jede Woche eine apostolische Arbeit erledigen.

Bei einer Versammlung der Kinder Mariens, denen sie zuvor angehört hatte, freundete sich Edel mit einer jungen Legionärin an, die sie sowohl der Leiterin als auch dem Geistlichen der Legion vorstellte. Edel war begeistert und beantragte die Aufnahme in die Bewegung, die ihr auch gewährt wurde. Bald ging sie in ihrem Engagement über die Vorschriften hinaus, indem sie an fünf Abenden pro Woche Bedürftige besuchte. Nach zwei Jahren Dienst als aktives ordentliches Mitglied wurde sie verantwortliche Leiterin einer Gruppe, die sich um gefallene Mädchen kümmerte. An zwei Abenden pro Woche besuchte sie das eigens für Bekehrte gegründete Sancta-Maria-Heim und wurde aufgrund ihrer Liebenswürdigkeit von den Bewohnerinnen stets freudig begrüßt.

Meine größte Freude

Edel fühlte sich von der starken und anspruchsvollen franziskanischen Spiritualität der Klarissen angezogen.. Kurz vor ihrem geplanten Eintritt in das Klarissenkloster von Belfast erkrankte sie 1932 an einer damals praktisch unheilbaren Tuberkulose. Sie wurde in ein Sanatorium eingewiesen, wo sie ihr früheres asketisches Leben fröhlich und hilfsbereit weiterführte. Sie las viele geistliche Werke, insbesondere die Schriften der hl. Therese vom Kinde Jesus. Nach 18 langen Monaten kehrte sie nach Hause zurück und entkräftete mit ihrem Lächeln alle Einwände gegen die zu rasche Heimkehr. Einige Monate lang befolgte sie noch die ärztlichen Verordnungen, nahm dabei allerdings ihre aufopferungsvolle berufliche Tätigkeit in der Legion wieder auf. Die Expansion der Legion vollzog sich damals nur langsam. Sie dehnte sich erst 1927 über Dublin und 1928 über Irlands Grenzen hinweg nach Schottland aus. Ab da beschleunigte sich das Tempo. 1930 wurde die Legion in Indien, im folgenden Jahr auch in Amerika heimisch. 1934 fand eine Wallfahrt der Mitglieder nach Lourdes statt, an der auch Edel teilnahm. Nach ihrer Rückkehr wurde sie mit ein paar Gefährtinnen als Gründerin nach Wales entsandt: Das bedeutete zwei Wochen voller Begegnungen, Konferenzen und Besuchen, insbesondere bei Bischöfen – eine zwar anstrengende Arbeit, die aber viele Früchte trug. Bei Edels Heimkehr nach Irland hatte sich ihre Gesundheit deutlich verbessert. So reiste sie 1936, nachdem bereits einige Gruppen in Afrika gegründet waren, als Missionarin der Legion Mariens nach Zentral- und Ostafrika. Gegen diese Mission erhob sich allerdings zunächst heftiger Widerstand innerhalb des Führungsrates der Legion, der erst durch Edels Herzensgüte und guten Ruf sowie mit Unterstützung des Heiligen Geistes überwunden werden konnte. „Für die Liebe Jesu Christi zu leiden, ist meine größte Freude“, schrieb sie.

Die Herzen gewinnen

Edels erster Brief von ihrer Reise war – trotz aller Gefahren, deren sie sich durchaus bewusst war – ein Dankesbrief an diejenigen, die sie entsandt hatten. Am 23. November 1936 landete sie im kenianischen Hafen Mombasa, einer britischen Kolonie, in der der muslimische Einfluss sehr stark war. Sogleich reiste sie in die Hauptstadt des Landes, Nairobi, weiter, wo sie sich mit den maßgeblichen Katholiken der Stadt in Verbindung setzte, darunter auch einigen Mitgliedern der Legion. Am 15. Dezember wurde die erste Gruppe in Nairobi gegründet, geistlich betreut vom Missionsleiter der Region, Pater Maher. Edel bemühte sich, ihr Apostolat in den Rahmen des Apostolates der Missionare einzufügen, da sie hoffte, diese dadurch für ihre Sache zu gewinnen. Die Anfänge waren oft schwierig, doch dank ihrer Verbundenheit mit Gott, ihrer Liebenswürdigkeit und ihrem Respekt vor den Priestern konnte sie viele Herzen gewinnen. Im Kontakt mit ihr wurden sowohl bei den Europäern als auch bei den Afrikanern viele Vorurteile abgebaut. Sie zeigte sich zwar kompromisslos in Bezug auf die im Handbuch der Legion Mariens festgehaltenen allgemeinen Grundsätze, doch im Hinblick auf die praktischen Details konnte sie sich sehr gut den Bedingungen Äquatorialafrikas anpassen, etwa durch die Einbeziehung afrikanischer Rhythmen;sie ließ sich zudem durch Enttäuschungen und Misserfolge nicht entmutigen. Sie konnte Feindschaften zwischen verschiedenen Ethnien erfolgreich beenden und die traditionelle Rolle der Frauen aufwerten..

Eine Priorität für die Legion besaß die Evangelisierung. Dafür wurden durch Hausbesuche und andere Aktionen zunächst persönliche Kontakte hergestellt. Ebenfalls Teil des Apostolats der Legion war es, in Kranken und Ausgegrenzten Christus zu sehen und ihm zu dienen.

Das grundlegende Gremium der Legion nennt sich Präsidium und ist normalerweise an eine Gemeinde gebunden, wobei eine Gemeinde mehrere Präsidien haben kann. Um aktives Mitglied der Legion zu werden, muss man die Aufnahme in ein Präsidium beantragen. Bei wöchentlichen Versammlungen wird den Mitgliedern, die im allgemeinen zu zweit arbeiten, eine Aufgabe zugeteilt.. Nach einer bestandenen Probezeit legen die Mitglieder ein sogenanntes Legionsversprechen ab. Da die Legion sich der notwendigen Unterstützung durch die Gnade bewusst ist, hat sie auch Hilfslegionäre, sogenannte betende Mitglieder. Die Verwaltung der Organisation erfolgt durch verschiedene Räte auf lokaler, regionaler sowie nationaler Ebene.

Trotz ihres schlechten Gesundheitszustandes wurde Edel erstaunlich gut mit Müdigkeit und Hitze fertig. Eine Nonne, die sie damals kannte, sagte später: „Das war die selbstloseste Person überhaupt!“ Dank ihres aufopfernden Engagements wurden Hunderte von Legionsgruppen in Kenia gegründet, die die Evangelisierung unterstützten. Edel lernte etwas Swahili und Ausdrücke mehrerer anderer Dialekte. Die Organisation der Legion mit ihrem Apostolat zu zweit und ihren Wochenberichten gedieh wunderbar; zu verdanken war das insbesondere der Dynamik der allgegenwärtigen jungen Missionarin, die jede Gruppe aufmerksam begleitete und dabei auch die Fortschritte der Legion in Europa, Amerika und China verfolgte. Edel organisierte regelmäßig regionale Versammlungen und gründete in Nairobi ein Generalquartier. Daneben unterhielt sie einen regen Briefwechsel sowohl mit Gruppen und Missionaren in Kenia als auch mit ihren Freunden in Dublin.

Einfach mit Ihm vereint

Edel erreichte, dass auch Einheimische Gruppen gründeten und die Afrikaner nunmehr auch von Landsleuten evangelisiert wurden, was früher nur den Missionaren und Katecheten vorbehalten war. Ebenso erfolgreich kämpfte sie gegen die notorische Trägheit der Einheimischen, die Feindschaft der Magier sowie die vor allem in der Regenzeit auftretenden Kommunikationsschwierigkeiten. Die Andachtszeiten hielt sie selbst auf Reisen unbedingt ein, da sie „einfach mit Ihm vereint sein“ wollte „in Verbundenheit mit Maria“. In einem ihrer Lieblingsgebete äußerte sie die Bitte: „Gewähre uns, Herr, die wir unter der Fahne Mariens dienen, jene Fülle des Glaubens an Dich und des Vertrauens auf sie, die die Welt mit Sicherheit besiegen werden. Schenke uns einen lebendigen und von der Liebe beseelten Glauben!“ (vgl. Gal 5,6).

Die heilige Messe blieb der Mittelpunkt ihres Lebens. Sie führte ihre außerordentliche Widerstandskraft auf das Allerheiligste Sakrament zurück. Wesentliche Züge ihres Lebens waren daneben ihre intensive Liebe zur Muttergottes, ihr kindliches Vertrauen auf sie und ihre völlige Abhängigkeit von ihr. Auch die Spiritualität der Legion Mariens basiert auf der Verehrung des Heiligen Geistes und der Jungfrau Maria. Franck Duff ließ sich stark von Louis-Marie Grignion de Montforts „Abhandlung über die vollkommene Andacht zur Heiligen Jungfrau“ inspirieren. In dem Werk zeigt der Heilige auf, dass Maria zwangsläufig zu Jesus führt: „Jesus Christus ist durch die Allerseligste Jungfrau Maria auf die Welt gekommen, und muss auch durch sie in der Welt herrschen (Nr. 1).“ Unter den Merkmalen der wahren Marien-Verehrung hebt er folgende hervor: „Die wahre Verehrung der Heiligen Jungfrau veranlasst die Seele dazu, die Sünde zu meiden und den Tugenden der Allerseligsten Jungfrau nachzustreben, insbesondere ihrer tiefen Demut, ihrem lebendigen Glauben, ihrem Gehorsam, ihrem beständigem Beten, ihrer Kasteiung; sie stärkt die Seele im Guten und bewegt sie dazu, ihre Andachtsgewohnheiten nicht leichtfertig aufzugeben; sie macht ihr Mut, sich der Welt mit ihren Moden und Maximen, dem Fleisch mit seinen Ärgernissen und Leidenschaften sowie dem Teufel mit seinen Versuchungen zu widersetzen; so ist eine der Heiligen Jungfrau wahrhaft ergebene Person niemals wankelmütig, betrübt, skrupulös oder ängstlich. Ein wirklich Ergebener liebt sie und dient ihr getreu; er liebt sie auf dem Kalvarienberg ebenso wie auf der Hochzeit zu Kana. Wie angenehm und kostbar ist so ein Verehrer der Heiligen Jungfrau in den Augen Gottes und seiner Heiligen Mutter!“ (Nrn. 108; 110).

Sie sind nicht bereit

1937 schrieb Msgr. Riberi, der Apostolische Nuntius für die afrikanischen Missionen, einen Brief an die 39 Bischöfe, für die er verantwortlich war, um ihnen die Vorzüge der Legion darzulegen und ihnen Edel sowie ihre Aktion ans Herz zu legen. Edel bedankte sich für diese Geste und nutzte sie, um ihr Apostolat auszuweiten; sie plante eine Reise nach Uganda, ein Land, in dem die althergebrachten heidnischen Bräuche noch schwerer zu überwinden waren als in Kenia. Da sie sich der Kürze des Lebens bewusst war, ließ sie sich von keinem Einwand gegen die Reise aufhalten und konnte in Uganda zur Freude der Missionare mehrere engagierte Gruppen gründen.

1938 erkrankte Edel an Malaria. Zum ersten Mal bekannte sich die chronisch kranke junge Frau als besiegt und gönnte sich auf Anraten ihrer Ärzte ein paar Wochen Ruhe; in ihren Briefen nach Dublin erwähnte sie jedoch nichts davon, um ihre Vorgesetzten nicht zu beunruhigen. Diese erfuhren gleichwohl von ihrer Krankheit und luden sie zur Erholung nach Irland ein. Sie lehnte das Angebot jedoch höflich ab. Im September 1939 brach der Krieg in Europa aus; in Afrika befürchtete man das Schlimmste. Edel schrieb in ihren persönlichen Notizen: „Wir müssen grenzenloses Vertrauen zur Liebe Gottes haben. Wir können nicht zu sehr lieben. Die Schwäche, die Er uns zugesteht, darf uns nicht daran hindern, unsere Arbeit zu tun. Was meine Arbeit angeht, sie beginnt gerade, wirklich nützlich zu werden: Der Krieg wird die Entsendung neuer Missionare verhindern.“

Im Januar 1940 begab sie sich auf Bitten des Erzbischofs von Port-Louis, Msgr. Leen, trotz der Gefährdung durch deutsche U-Boote und Treibminen auf die Insel Mauritius. Innerhalb von fünf Monaten gründete sie dort 20 neue Gruppen mit an die 300 aktiven Mitgliedern sowie einem Zentralorgan; danach kehrte sie auf den afrikanischen Kontinent zurück. Auf Mauritius machte sich Edel ebenso beliebt wie überall, wo sie hinkam. Der leitende Geistliche der Legion auf der Insel gestand dem Erzbischof später, dass er gegebenenfalls gern bei einem Heiligsprechungsprozess für sie als Zeuge aussagen würde.

Im September landete sie nach einer durch den Krieg verlängerten Reise übermüdet in Tansania und machte sich sogleich ans Werk. Niemand bemerkte, wie müde sie war, da sie alle Anforderungen erfüllte. Im März 1941 schickte sie jedoch ein Telegramm nach Dublin: „Akute Rippenfellentzündung. Sehr schwach. Gewicht: 34 kg. Weiterarbeit unmöglich. Längere Erholung notwendig. Erwarte Anweisungen.“ Die Antwort lautete: „Tun Sie, was Sie für richtig halten!“ Ein Arzt versicherte, dass sie sich nach einem so langen Aufenthalt in den Tropen unbedingt außerhalb der tropischen Zone begeben müsse, um wieder gesund zu werden; sie entschied sich für Johannesburg in Südafrika, wo sie vor allem Sanatorien frequentierte und sich immer wieder in Ordensgemeinschaften erholte. In den ersten sechs Monaten, in denen sie bettlägerig war, intensivierte sie ihr geistliches Leben, insbesondere durch die eucharistische Verehrung. Entgegen allen Instruktionen aus Dublin führte sie ihre umfangreiche Korrespondenz weiter. Sechs Monate nach ihrer Ankunft begab sich Edel in ein von Dominikanerschwestern geführtes Krankenhaus, wo sie jeden Tag die heilige Kommunion empfangen konnte. Ihre gute Laune und ihre Liebenswürdigkeit machten sie auch dort bei allen beliebt. Trotz ihrer extremen Magerkeit war sie außerordentlich lebhaft und fröhlich. Im Herbst 1942 kehrte sie mit Einverständnis der Ärzte nach Nairobi zurück. Die durch den Krieg erschwerte Reise dauerte fast drei Monate lang. In Nairobi zog Edel in ein Kloster und nahm ihre Arbeit wieder auf, soweit es ihre Kräfte zuließen; sie nahm an den Sitzungen kenianischer Gruppen teil und schrieb viele Briefe. Ihre Fröhlichkeit konnte ihren Zustand etwas verschleiern.

Anfang 1944 wurde Edel in einem Konvent irischer Schwestern erneut zu vollkommener Ruhe gezwungen. Sie schmiedete weiterhin Expansionspläne für die Zukunft, die jedoch von anderen realisiert werden sollten.. Ihre letzte Reise bescherte ihr nach einer 18-stündigen Zugfahrt einen Aufenthalt von über einem Monat in Kisumu am Victoriasee. Nach ihrer Rückkehr am 11. April nahm sie eher tot als lebendig ihre Arbeit in Nairobi wieder auf. Trotz der Verschlechterung ihres Zustandes weigerte sie sich, einen Arzt rufen zu lassen. Ihr letzter Bericht nach Dublin vom 4. Mai kam dort erst nach ihrem Tod an. Früher einmal hatte sie geschrieben: „Zu Maria muss man sich verhalten wie ein Kind zu seiner Mutter: darauf vertrauen, dass sie das Bestmögliche tun wird.“ In diesem Geist empfing sie die letzten Sakramente und war noch soweit bei Sinnen, dass sie sich innerlich den Gebeten anschließen konnte. Nach 8 Jahren Arbeit in Afrika starb Edel Quinn im Alter von 37 Jahren am 12. Mai 1944 im Kloster der Schwestern vom kostbaren Blut in Nairobi mit dem heiligen Namen Jesu auf den Lippen..

Glücklich, tausendmal glücklich!

Der hl. Louis-Marie Grignion de Montfort schrieb, die Maria wahrhaft ergebene Seele „wendet sich in allen Bedürfnissen des Körpers und der Seele einfach, vertrauensvoll und liebevoll an sie; sie erfleht den Beistand ihrer guten Mutter in ihren Zweifeln, um wieder aufgerichtet zu werden; in ihren Versuchungen, um gestützt zu werden; in ihren Schwächen, um gestärkt zu werden; in ihren Abstürzen, um wieder aufgebaut zu werden; in ihren Entmutigungen, um ermutigt zu werden; in ihren Skrupeln, um von ihnen befreit zu werden; in ihren Kreuzen, Werken sowie den Wechselfällen des Lebens, um getröstet zu werden. Glücklich, ja tausendmal glücklich sind die Christen, die sich jetzt treu und gänzlich an Maria heften, wie an einen festen Anker. Die Stürme dieser Welt werden sie nicht untergehen lassen und ihrer himmlischen Schätze berauben. Glücklich diejenigen, die in sie eingehen wie in die Arche Noahs! Die Wasser der Sintflut der Sünden, die diese Welt ertränken, werden ihnen nicht schaden, denn: Qui operantur in me non peccabunt: Wer mir dient, fällt nicht in Sünde, sagt sie zusammen mit der Weisheit (Sir 24,22)“ (ibid., Nr. 175).

Bitten wir die ehrwürdige Edel Quinn, sie möge für uns die Gnade erwirken, aus dem Herzen der Jungfrau Maria, der Mutter der Kirche, eine liebevolle Fürsorge für das ewige Los unserer durch das Blut ihres Sohnes erlösten Zeitgenossen zu schöpfen.

Selige Maria Laura Mainetti

Seliger Valentin Paquay

Seliger Niels Stensen

Heilige Philippine Duchesne