25. Oktober 2023
Heiliger Manuel Gonzalez Garcia
Liebe, verehrte Freunde,
„Ich möchte neben einem Tabernakel beerdigt werden, damit meine Knochen nach meinem Tod – wie meine Zunge und meine Feder es während meines Lebens getan haben – allen, die vorübergehen, weiter verkünden: Hier ist Jesus! Er ist hier! Verlasst Ihn nicht!“ Diese Grabinschrift wurde von Msgr.. Manuel González selbst für sein eigenes Grab in der Allerheiligstenkapelle der Kathedrale von Palencia (Spanien) verfasst. Der „Bischof der Eucharistie“ oder „Bischof der verlassenen Tabernakel“, wie er im Volksmund hieß, wurde am 16. Oktober 2016 von Papst Franziskus heiliggesprochen.
Manuel González García wurde am 25. Februar 1877 in Sevilla (Spanien) in einer einfachen, frommen Familie geboren. Sein aus Malaga stammender Vater, Martín González Lara, hatte kurz zuvor eine Tischlerwerkstatt eröffnet, während seine Mutter, Antonia García, sich um den Haushalt und die Kinder kümmerte. Manuel war das vierte von fünf Geschwistern und wurde drei Tage nach seiner Geburt getauft. Antonia widmete sich mit großer Sorgfalt ihren Kindern und erzog sie insbesondere zu einer innigen Verehrung der Heiligen Jungfrau Maria. Manuel wurde zunächst in privaten Grundschulen unterrichtet und kam danach auf das San-Miguel-Kolleg in Sevilla, an dem die Chorknaben für die Kathedrale ausgebildet wurden. Noch vor seinem 10. Geburtstag wurde er zu einem der „ständigen“ Chorknaben der Kathedrale von Sevilla ernannt, die nach einer jahrhundertealten Tradition bei den Feiern zum Fronleichnamsfest sowie zur Unbefleckten Empfängnis vor dem Allerheiligsten tanzen und singen.
Manuel empfing mit 11 Jahren die Erstkommunion und pflegte von da an einen häufigen Kommunionempfang. Bald danach wurde er vom Kardinal von Sevilla gefirmt. Schon als er mit 12 Jahren „kleiner Seminarist“ wurde, sagte er: „Wenn ich tausendmal geboren würde, würde ich tausendmal Priester werden“. Er gewöhnte sich rasch an das Internat und bekam in allen Fächern hervorragende Noten. Von Natur aus fröhlich, war Manuel ein belebendes Element bei den gemeinsamen Pausen und Ausflügen. Zu seinen Aufgaben gehörten nächtliche Kontrollgänge im Laternenschein durch die langen Flure der Gebäude, um Eindringlinge abzuwehren und zu überprüfen, ob Türen und Fenster gut verschlossen waren – ein Dienst, der ihm sehr schwerfiel. Er besuchte regelmäßig das Oratorium der Salesianer und behielt aus dieser Zeit eine große Zuneigung zu Don Boscos Söhnen bei; er übernahm auch deren besondere Verehrung für die Hilfreiche Jungfrau Maria.
1894 begleitete Manuel mit einer Gruppe aus Sevilla die nationale Wallfahrt der Arbeiter nach Rom anlässlich des Bischofsjubiläums von Papst Leo XIII., dessen abgezehrtes Gesicht bei einer Messfeier für die Wallfahrer den jungen Seminaristen tief beeindruckte. Nach Sevilla zurückgekehrt, wurde Manuel mit seinem Dogmatikprofessor Mitarbeiter der katholischen Tageszeitung „El Correo de Andalucia“, deren Gründer, der künftige Kardinal Marcel Spinola, 1987 vom heiligen Papst Johannes Paul II. seliggesprochen wurde. Manuel unterzeichnete seine Artikel mit dem Pseudonym „Gonzalo de Sevilla“. Zum Abschluss seines Studiums wurde er zum Doktor der Theologie promoviert und am 21. September 1901 mit 24 Jahren zum Priester geweiht; er vertraute sich der Fürsprache von Maria Hilf an. Dank der großzügigen Hilfe einiger wohlhabender Familien aus Sevilla konnte er die notwendige Summe für die Befreiung vom Mitlitärdienst aufbringen. Im ersten Jahr seines Priesterdaseins studierte er kanonisches Recht, versah nebenbei das Amt des Geistlichen in einem von Nonnen geführten Altersheim und war auch in mehreren Gemeinden von Sevilla sowie auf dem Lande als Prediger tätig.
Anfang 1902 wurde er vom Erzbischof von Sevilla als Leiter einer Diözesanmission nach Palomares del Rio entsandt, wo er eine äußerst vernachlässigte Kirche vorfand: Staub, Schmutz und Spinnweben bis ins Innere des Tabernakels, verschmutzte Altartücher usw. Er berichtete: „Ich schritt geradewegs zum Tabernakel; was für ein Tabernakel, mein Gott! Ich musste all meinen Glauben und Mut zusammennehmen, um nicht nach Hause zu laufen! Aber ich bin nicht fortgelaufen. Auf Knien erfuhr ich und erfuhr mein Glaube einen so ruhigen, so geduldigen, so gütigen Jesus, der mich anblickte; er sagte mir vieles und stellte noch mehr Fragen; in seinem Blick spiegelte sich alles Traurige im Evangelium wider. Der Blick Jesu Christi in seinen Tabernakeln ist ein Blick, der die Seele durchdringt und den man nie vergisst. Er wurde für mich der Ausgangspunkt zum Erkennen, Verstehen und Erfühlen meines priesterlichen Auftrags..“ Die Gnade, die Manuel dort empfing, spornte ihn an und lenkte ihn in Richtung eucharistische Werke.
Das christliche Leben aktivieren
1905 wurde er zunächst zum Pfarrer der Gemeinde San Pedro in Huelva ernannt und danach zum Erzpriester befördert (dieser war für einen Gemeindeverband, ein sogenanntes Dekanat, verantwortlich). Er stieß vielfach auf religiöse Gleichgültigkeit, doch kraft seiner Liebe und seines Einfallsreichtums ergriff er geeignete Initiativen zur Aktivierung des christlichen Lebens. So veranstaltete er Novenen, die zu echten Einkehrtagen in den Pfarrgemeinden wurden. Bei einer Versammlung des Klerus, der Ordensfrauen sowie der Laien 1906 erreichte er, dass sich alle für die Verteidigung der Aufnahme Mariä in den Himmel aussprachen, und nahm damit die Proklamation des Dogmas durch Pius XII. im Jahre 1950 vorweg.. Er organisierte Vorträge zum besseren Verständnis der Unbefleckten Empfängnis und rief neue Bruderschaften ins Leben, die u.a. dem hl. Josef sowie der Gottesmutter geweiht waren. 1906 gründete er nach dem Vorbild des „Correo de Andalucia“ die Zeitschrift „El Granito de Arena“ (Das Sandkorn), die den Einfluss der lokalen antiklerikalen Vereine begrenzen sollte. In dieser Zeit publizierte er das erste seiner zahlreichen Bücher unter dem Titel „Was ein Pfarrer heute vermag“, das zu einem vielzitierten, grundlegenden Werk wurde..
Wegen der vielen Straßenkinder in seiner Stadt rief er 1908 die Schulen des Heiligsten Herzens Jesu für Jungen und Mädchen ins Leben. Unter seinen Mitarbeitern schätzte er insbesondere den Rechtsanwalt Siurot, der auf eine glänzende Karriere verzichtete, um in den unteren Klassen zu unterrichten. Manuel fuhr nach Granada und Sevilla zur Besichtigung von Schulen, um das Schulleben besser zu organisieren. Mit Hilfe einer Gruppe junger Frauen errichtete er im selben Jahr eine weitere Schule und eine Kapelle im Umland der Stadt. Seine Werke erregten Aufmerksamkeit, und er wurde 1910 um einen Vortrag bei den III. Spanischen Sozialwochen in Sevilla gebeten.
Am 4. März 1910 äußerte er vor einer Gruppe treuer Mitarbeiter seinen großen Herzenswunsch: „Gestatten Sie mir, der ich oft an Ihre Nächstenliebe zu armen Kindern und allen verwahrlosten Armen appelliere, dass ich heute Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Mitarbeit für den am meisten Vernachlässigten aller Armen erbitte: für das Allerheiligste Sakrament. Ich bitte Sie um Ihre Zuneigung zu Jesus Christus im Allerheiligsten. Ich bitte Sie um der Liebe zur Unbefleckten Gottesmutter Maria sowie um der Liebe zum Herzen Jesu willen, dass Sie alle zu „Marias“ für diese verlassenen Tabernakel werden..“ So entstand das Werk für die Kalvarien-Tabernakel: Es hatte einen weiblichen Zweig, die „Marien der Tabernakel“ – eine Anspielung auf die „drei Marien“, die Jesus auf den Felsen von Golgotha begleiteten (Es standen bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena – Joh 19,25), – sowie einen männlichen Zweig, die „Jünger des hl. Johannes“. Das Werk sollte eine Antwort auf die Liebe Christi in der Eucharistie geben. Hauptziel des Werkes war der Besuch und die Pflege der Tabernakel, aber auch der Altarräume in den Kirchen, mit Blick auf die eucharistische Verehrung. 1912 gründete Manuel auch die Kinderbewegung der „Juanitos“ und „Juanitas“ zur eucharistischen Sühne.
Eine kostbare Gegenwart
„Der Kult, welcher der Eucharistie außerhalb der Messe erwiesen wird, hat einen unschätzbaren Wert im Leben der Kirche“, schrieb Papst Johannes Paul II. „Dieser Kult ist eng mit der Feier des eucharistischen Opfers verbunden. Die Gegenwart Christi unter den heiligen Gestalten, die nach der Messe aufbewahrt werden, kommt von der Feier des Opfers her und bereitet auf die sakramentale und die geistliche Kommunion vor. Es obliegt den Hirten, zur Pflege des eucharistischen Kultes zu ermutigen, auch durch ihr persönliches Zeugnis, insbesondere zur Aussetzung des Allerheiligsten sowie zum anbetenden Verweilen vor Christus, der unter den eucharistischen Gestalten gegenwärtig ist.
Es ist schön, bei ihm zu verweilen und wie der Lieblingsjünger, der sich an seine Brust lehnte (vgl. Joh 13, 25), von der unendlichen Liebe seines Herzens berührt zu werden. Wenn sich das Christentum in unserer Zeit vor allem durch die Kunst des Gebetes auszeichnen soll, wie könnte man dann nicht ein erneuertes Verlangen spüren, lange im geistlichen Zwiegespräch, in stiller Anbetung, in einer Haltung der Liebe bei Christus zu verweilen, der im Allerheiligsten gegenwärtig ist? Wie oft, meine lieben Brüder und Schwestern, habe ich diese Erfahrung gemacht, und daraus Kraft, Trost und Stärkung geschöpft!
Von dieser Praxis, die das Lehramt wiederholt gelobt und empfohlen hat, geben uns zahlreiche Heilige ein Beispiel“ (Enzyklika Ecclesia de Eucharistia, 17. April 2003, Nr. 25).
Das in Huelva entstandene Werk der Tabernakel dehnte sich über ganz Spanien erst nach Portugal und Belgien, später auch über den Atlantik nach Kuba, Argentinien, Venezuela, Mexiko usw. aus. Aufgrund der schnellen Verbreitung des Werkes wollte Manuel González den Papst um dessen Billigung bitten. So reiste er Ende 1912 nach Rom und wurde am 28. November vom hl. Pius X. zu einer Audienz empfangen. Der Papst zeigte großes Interesse für seine apostolische Tätigkeit und segnete das Werk. Im Dezember 1915 wurde Manuel von Papst Benedikt XV. zum Weihbischof von Malaga ernannt und empfing am 16. Januar 1916 in der Kathedrale von Sevilla aus der Hand von Kardinal Almaraz y Santos die Bischofsweihe. Bald unternahm er eine achtmonatige apostolische Visitation der Diözese Malaga, die der betagte Diözesanbischof nicht mehr selbst durchführen konnte. Im Januar 1918 gründete Manuel González als Ableger der „Jünger des hl. Johannes“ die „Diözesanmissionare der Eucharistie“, die von Pfarrgemeinde zu Pfarrgemeinde zogen, um dort zu predigen und Beichten abzunehmen.
Am 22. März 1920 ernannte Papst Benedikt XV. Manuel González zum Titularbischof von Malaga. Dieser feierte seine Ernennung nicht im Kreise von Würdenträgern, sondern mit einem Bankett für arme Kinder, wobei 3000 Kinder bewirtet und von Priestern und Seminaristen bedient wurden. Danach organisierte der neuernannte Bischof als ersten Akt seines Episkopats eine Prozession zur Schutzpatronin Malagas, der heiligen Virgen de la Victoria (Jungfrau des Sieges), einer Statue der Gottesmutter mit dem Christuskind auf den Knien zur Erinnerung an die Befreiung der Stadt von der maurischen Herrschaft im 15. Jh.. Bald bemühte sich Manuel auch um die Wiederbelebung des Religionsunterrichts in Schulen und Pfarrgemeinden. Seine seelsorgerlichen Gespräche machten ihn auf einen großen Priestermangel aufmerksam.
Die Eucharistie als Eckpfeiler
So ließ er in grenzenlosem Vertrauen auf das Herz Jesu von 1920 bis 1924 ein neues Priesterseminar erbauen. Er wollte ein „substantiell eucharistisches Seminar errichten, in dem die Eucharistie auf dem Gebiet der Pädagogie das wirksamste Stimulans sein sollte; auf dem der Wissenschaft der erste Lehrer und der erste Unterrichtsstoff; auf dem der Disziplin der wachsamste Wächter; auf dem des asketischen Lebens das lebendigste Vorbild; auf dem der Wirtschaft die große Daseinsvorsorge und auf dem der Architektur der Eckpfeiler“. Zentrum des dem eucharistischen Herz Jesu geweihten Seminars war der Tabernakel. Der Bischof wünschte, dass das Seminar klar und funktional gestaltet werde, und wählte dafür einen höher gelegenen, geeigneten Ort aus. Es war nicht leicht, die Mittel für den Bau zu beschaffen, obwohl die Zuwendungen aus der Bevölkerung beachtlich waren und auch Sachspenden wie Bausteine umfassten. Auf der Baustelle waren viele Freiwillige tätig, darunter auch die Seminaristen, die in ihrer Freizeit als Maurer und Schreiner arbeiteten..
Eine von Manuels Prioritäten war das Erkennen echter Berufungen im Kontext einer sinkenden Anzahl von Seminaristen und eines alternden Klerus. Er wollte die Seminaristen auf menschlicher, geistlicher und intellektueller Ebene weiterbilden; vor allem wünschte er, dass sie als Apostel wirkten.. Die Lehrer wurden sorgfältig ausgewählt, und die jungen Priester wurden zur Ergänzung ihrer Ausbildung auf die päpstlichen Akademien nach Rom und nach Comillas (Kastilien) entsandt. Den Priestern sowie den Mitgliedern seiner verschiedenen Gründungen schlug der Bischof als Weg zur Heiligkeit vor, sie sollten „zusammen mit der geweihten Hostie selbst zur Hostie werden“, d.h. „sich absolut und unwiderruflich Gott und dem Wohle ihres Nächsten weihen“. Für Bischof González waren die Verehrung des Herzens Jesu sowie der Eucharistie eng miteinander verbunden. Den Satz der hl. Teresa von Avila „Mein Jesus wird nicht geliebt, weil er nicht gekannt wird“ ergänzte er mit dem Zusatz: „und weil er nicht in der Eucharistie empfangen wird“.
Durch die Eucharistie evangelisieren
Bischof González stellte fest, dass viele Kirchen seiner Diözese verwahrlost, zahlreiche Priester verarmt waren und der Kult jede Feierlichkeit vermissen ließ. Die erhabene Größe Gottes als Ursprung und Bestimmung des Menschen und jedes Geschöpfes verlangt aber danach, durch den Kult gefeiert zu werden. So hat die Kirche stets große Sorgfalt auf die Ausschmückung ihrer Gotteshäuser verwendet, um den darin wohnenden, in der heiligen Eucharistie verborgenen Herrn zu verherrlichen. Um die festgestellten Mängel zu beheben, wollte Bischof González die Pfarrgemeinden wieder auf die Gottesliebe konzentrieren, und zwar durch die Bildung kleiner Gruppen von frommen Gläubigen, die wie Hefe im Teig wirken sollten. Zahlreiche „Marien der Tabernakel“ wollten ihr ganzes Leben der Hinwendung zu Jesus in der Eucharistie weihen und die Liebe Gottes bezeugen. Bischof González vereinte sie zusammen mit seiner Schwester María Antonia am 3.. Mai 1921 in der „Kongregation der Eucharistischen Missionarinnen von Nazareth“. Diese wurden auch eucharistische Frauen genannt, d.h. sie sollten im Stil der heiligen Familie von Nazareth durch die Eucharistie evangelisieren – schlicht, schwesterlich, gebetfreudig, fröhlich, dankbar und hingebungsvoll.
Dank des Engagements der Priester seiner Diözese sowie der Nachbardiözesen fanden viele Seelen ins Leben der Gnade zurück. Die von Bischof González gegründeten Bewegungen bildeten viele Anhänger der eucharistischen Anbetung heran, die die Tabernakel besuchten und bei Aussetzungen des Allerheiligsten an der Anbetung teilnahmen. In Malaga fanden sich sogar genügend Teilnehmer für eine ewige Anbetung. Daneben entwickelte Bischof González auch das Werk der Tabernakel und der Leiden weiter, indem er Versammlungen auf Dekanats- und Diözesanebene organisierte. Das in der Pfarrgemeinde von San Pedro de Huelva ausgesäte Senfkorn wuchs zu einem Baum von beachtlicher Größe heran. An einem eucharistischen Kongress in Toledo nahmen schließlich tausende „Jünger des hl. Johannes“ und dreitausend „Marien der Tabernakel“ teil,dietatkräftige und hilfreiche Unterstützerinnen der Missionen waren.
Doch in Spanien breitete sich zu jener Zeit gerade die Revolution aus. Im April 1931 wurde die Republik proklamiert. Am 11. und 12.. Mai wurden in Malaga zahlreiche religiöse Gebäude von antiklerikalen Gruppen in Brand gesteckt, in der Nacht vom 11. Mai auch der Bischofspalast. Der Bischof und die anderen Bewohner des Hauses nahmen sämtliche Hostien aus dem Tabernakel an sich und versteckten sich im Haus eines Priesters. Das Bistumsgebäude wurde mitsamt seinen Archiven und Kunstwerken zerstört. Bischof González sah sich gezwungen, die Stadt zu verlassen; er ging nach Gibraltar, wo er von seinem englischen Amtskollegen aufgenommen wurde. So betet der geächtete Bischof: „Herr Jesus, vergib uns und vergib deinem Volk! Hab Mitleid mit uns Sündern und nimm das Opfer unseres Lebens an für dein Königreich in Spanien, insbesondere für diese Diözese! Unbefleckte Mutter, rette unsere Seelen, nimm uns an die Hand!“
Für den Bischof begann nun eine Zeit nomadenhaften Lebens; so reiste er mehrfach an die Ränder seines Bistums und absolvierte einen Ad-limina-Besuch in Rom, wo der Papst voller Unruhe die Entwicklung der Lage in Spanien verfolgte. Der Nuntius informierte Bischof González bei einem Treffen über die Situation in Malaga und riet ihm, vorerst nicht dorthin zurückzukehren, sondern seine Diözese von Madrid aus zu leiten..
Wie eine Auferstehung
Am 5. August 1935 wurde Manuel González García von Pius XI.. zum Bischof von Palencia ernannt, einer 200 km nördlich von Madrid gelegenen Stadt. Er verabschiedete sich von Malaga mit einem Brief an den Klerus sowie einem Brief an das Seminar und zog am 12. Oktober, dem Festtag der Virgen del Pilar von Saragossa (einem berühmten wundertätigen Marienbild) in Palencia ein. Nach seiner Vertreibung aus Malaga und seinem Leidensweg im Exil war die Ankunft in Palencia für ihn wie eine Auferstehung. Zuallererst besuchte er das dem hl. Josef geweihte Seminar, danach die einzelnen Pfarrgemeinden der Diözese. Mit besonderer Sorgfalt prüfte er den Zustand der Kirchen und der Tabernakel. Überall empfahl er die Pflege des eucharistischen Kultes sowie der Katechese. Er ließ Mitglieder seiner eucharistischen Werke aus Madrid kommen, um Ortsgruppen in der Diözese zu gründen. Am 1. Januar 1937 lancierte er unter dem Titel Reina eine letzte Zeitschrift für Kinder; 1939 gründete er die „Jugend der eucharistischen Sühne“, da der kaum beendete spanische Bürgerkrieg in der von den Republikanern kontrollierten Zone mit zahlreichen Profanationen des Allerheiligsten einhergegangen war. Kriege stellten seiner Ansicht nach die Strafe für die begangenen Sünden dar. Die neue Bewegung hatte zum Ziel, durch freiwillige Gebete und Opfer der Kinder nach dem Vorbild der drei Hirtenkinder von Fatima im Jahre 1917 dem Land einen weiteren Krieg zu ersparen.
Bischof González fühlte den Tod nahen, und seine Sehnsucht nach dem Himmel wuchs immer mehr.. Er hatte lebenslang unter Kopfschmerzen gelitten, doch nun wurden sie schlimmer. Von einer Wallfahrt zur Virgen del Pilar in Saragossa kehrte er schwerkrank zurück und wurde am 31. Dezember 1939 in das Rosenkranzsanatorium in Madrid aufgenommen, wo er sein Leiden ruhig und ergeben ertrug. Am Morgen des 4. Januar 1940 empfing er zum letzten Mal die heilige Kommunion. Der Nuntius besuchte ihn, doch er konnte ihm lediglich mit einem Lächeln antworten. Sein Bruder kam, um ihn zu sehen, und legte ihm ein Bildnis der Jungfrau der Freude aus seiner Heimatgemeinde in Sevilla in die Hand, die er wiedererkannte; bald danach entschlief er.
„Manuel González ist ein Vorbild für den Glauben an die Eucharistie, dessen Beispiel auch die Kirche von heute noch anspricht“, sagte Papst Johannes Paul II. in seiner Seligsprechungspredigt (29. April 2001). Eifern wir diesem Heiligen in seiner intensiven Verbindung zum Herrn im Allerheiligsten nach, aus der wir alle notwendigen Gnaden schöpfen können, um dorthin zu gelangen, wo die Engel und Heiligen Ihn von Angesicht zu Angesicht schauen können (1 Kor 13,12).












