Beata Conchita Cabrera de Armida

2. April 2025

Selige Conchita Cabrera de Armida

Liebe, verehrte Freunde,

„Ich empfehle euch, wachsame Christen zu bleiben! Ich bitte euch eindringlich, euren Glauben an eure Kinder durch Unterweisungen und euer Vorbild weiterzugeben und keine Mühe zu scheuen, um ihnen eine christliche Erziehung zu ermöglichen.“ Diese Zeilen wurden von der seligen Conchita Cabrera de Armida 1929 an ihre Kinder geschrieben. Wer ist diese mexikanische Familienmutter, der die Weitergabe des Glaubens so am Herzen gelegen ist?

Selige Conchita Cabrera de ArmidaMaría Concepción Cabrera de Armida, deren Spitzname Conchita war, wurde am 8. Dezember 1862 in einer wohlhabenden Familie aus San Luis Potosí in Mexiko geboren. Ihre tiefgläubigen Eltern besaßen große Besitzungen. „Hier leitete mein Vater jeden Tag in der Kapelle das Rosenkranzgebet, an dem die ganze Familie, die Landarbeiter und die ländliche Bevölkerung teilnahmen.“ Als siebtes von zwölf Kindern besuchte Conchita die Schule selten. „Meine Ausbildung ist wegen meiner Dummheit, Faulheit und auch wegen der vielen Umzüge und Reisen während meiner Schulzeit auf Grundzüge beschränkt geblieben“, gab Conchita zu. „Für die Haushaltsführung hat meine Mutter uns alles gelehrt: von der Parkettpflege bis zum Sticken. Niemals hat sie uns dem Müssiggang überlassen. Darüber hinaus sorgte sie dafür, in uns eine tiefe Demut zu bewahren, damit wir uns nicht von der Eitelkeit verführen ließen. Von meiner frühesten Kindheit an fühlte ich in meiner Seele eine große Neigung zum Gebet, der Buße und vor allem zur Reinheit.“ Bei langen Wanderungen durch die Natur widmete Conchita sich tiefgreifenden Überlegungen oder dem Gebet über dessen Worte sie meditierte. Oft spielte sie Klavier und sang.

Mit zehn Jahren feierte das kleine Mädchen seine Erstkommunion. In ihrem Tagebuch warf Conchita sich Oberflächlichkeit vor; aber nach und nach wuchs ihre eucharistische Frömmigkeit, und mit sechzehn Jahren kommunizierte sie täglich: „Das war eine absolute Notwendigkeit in meinem Leben.“ Mit einundzwanzig Jahren verlobte Conchita sich mit Francisco Armida. „Die Verlobung ist mir nie als Hindernis erschienen, das meine Zugehörigkeit zu Gott behindern könnte“, schrieb sie. „Es erschien mir immer so leicht, beides miteinander zu vereinbaren.“ In der Nacht vor ihrer Hochzeit betete sie die 15 Rosenkranzgeheimnisse. Sie schrieb: „Während des Hochzeitsessens (am 8. November 1884) kam mir der Gedanke denjenigen, der bereits mein Ehemann war, um zwei Dinge zu bitten, die er mir versprechen sollte: mir jede Freiheit zu lassen, täglich zu kommunizieren und nicht eifersüchtig zu sein.“ Später bezeugte sie: „Mein Mann war immer ein Vorbild an Respekt und Zärtlichkeit. Niemals hat mich meine Liebe zu ihm davon abgehalten, Gott zu lieben. Ich habe ihn mit großer Einfachheit geliebt, als ob alles eingebettet wäre in meiner Liebe zu Jesus.“ Gleichzeitig bekannte sie: „Als wir heirateten, hatte mein Mann einen explosiven Charakter wie ein Pulverfass, aber das Ungewitter hat sich schnell gelegt und er war danach ganz verlegen. Nach einigen Jahren staunten selbst seine Mutter und seine Schwestern über den Wandel, der sich in ihm vollzogen hatte.“

Zwischen 1885 und 1899 schenkten Conchita und ihr Mann neun Kindern das Leben. Ihr Sohn Ignacio berichtete: „Meine Mutter betrachtete ihre ehelichen Beziehungen mit großer Schlichtheit. Sicherlich bestand sie sehr stark auf der Tugend der Reinheit in unserer Erziehung, aber ich habe verstanden, dass sie die menschlichen Dinge be­­ur­teilte ohne überall Sünden zu sehen. Später hat sie mit mir über meine ehelichen Pflichten meiner Frau gegenüber gesprochen. Da ist mir klar geworden, dass ihr Sinn für die Reinheit durchaus nicht auf Unwissenheit basierte.“

Das Leben in der Familie war nicht immer einfach: „Der Herr hat mich große Demütigungen seitens meiner Schwägerinnen erleiden lassen“, schrieb Conchita. „Er wollte, dass ich in ihren Augen unnütz und wenig angenehm erscheine. Egal was ich tat, ich konnte es ihnen nicht recht machen. Zumal mein Mann ihnen oft zustimmte, war mir diese harte Prüfung sehr zuträglich. Das hat mich gelehrt, mich von mir selbst loszulösen. Auch wenn es mich am Anfang wegen meines Stolzes viel Überwindung kostete, lobte ich meine Schwägerinnen immer. Mein Schwiegervater hat mich stets sehr geliebt. Meine Schwiegermutter hat mir gegenüber später zugegeben, dass sie mich am Anfang unserer Ehe absolut nicht mochte aber später eine große Zuneigung zu mir empfand.“

In der Liebe verankert

„Die christliche Ehe und das Familienleben werden in ihrer ganzen Schönheit und Anziehungskraft erfasst, wenn sie in der Liebe Gottes verankert sind, der uns nach seinem Bild geschaffen hat, so dass wir in der Lage sind, ihm als Ikonen seiner Liebe und Heiligkeit in der Welt die Ehre zu erweisen… Die Gnade Gottes hilft jeden Tag, wie ein Herz und eine Seele zu leben. So erwärmt uns Jesus Tag für Tag mit seiner Liebe, in einer Weise, dass sie unser ganzes Sein durchdringt. Vom Schatz seines Heiligsten Herzens gießt er über uns die Gnade aus, die wir brauchen, um unsere Krankheit zu heilen und Verstand und Herz zu öffnen, um einander zuzuhören, zu verstehen und zu vergeben” (Papst Franziskus am 25.8.2018 in Dublin).

1885 wurde der älteste Sohn, Pancho geboren, 1887 kam Carlos zur Welt. Über ihre mystischen Erfahrungen und Überlegungen berichtete sie in einem 60.000-seitigem Tagebuch. Msgr. Luis María Martínez, der spätere Erzbischof von Mexico-Stadt, der ihr geistlicher Leiter wurde, schrieb ihr: „Ich glaube, dass Sie selbst sich nicht der Reichtümer bewusst sind, die in dem Tagebuch verborgen sind. Solange ich Ihr geistlicher Leiter bin, werde ich Ihnen nicht erlauben, auch nur einen Buchstaben davon zu vernichten.“ In diesen Schreiben berichtete Conchita von Erscheinungen Christi und der Heiligen Dreifaltigkeit. Sie berichtete von Botschaften Jesu über die göttliche Barmherzigkeit, das Priestertum und die Eucharistie.

1889 nahm sie an Exerzitien teil, die sie aus Rücksicht auf ihre Familie in großer Eile verbrachte. Der Hl. Geist erleuchtete sie. „Eines Tages verstand ich die Worte, die mich zunächst verblüfft hatten, in der Tiefe meiner Seele klar und ohne daran zu zweifeln: „Deine Mission ist es, Seelen zu retten.“ Und ein anderes Mal: „Du wirst den Eingang zur Hölle für eine große Zahl von Seelen ver­sperren.“ Tatsächlich nahm die Eschatologie einen großen Platz in den Offenbarungen Conchitas ein: die seligmachende Anschauung Gottes als höchstes Ziel unseres Lebens hier auf Erden aber auch die Möglichkeit, aus eigener Schuld auf ewig verloren zu gehen. Unser Herr zeigte ihr die Hölle, und ihr wurde klar, was sie bedeutet: „Die Hölle, das ist vor allem der schreckliche Hass gegen mich“, sagte er ihr. Nach diesen Exerzitien versammelte Conchita bei ihrem Bruder Octaviano sechzig Frauen zu geistlichen Unterweisungen. Sie selbst durchlebte jedoch große innere Kämpfe; sie war zerrissen zwischen den Attraktionen des Weltlichen – so verbrachte sie manchmal ihre Zeit, Modejournale zu lesen – und ihrem Wunsch nach Vollkommenheit. Daher schickte ihr der Herr einen geistlichen Leiter, Pater Alberto Mir, einen Jesuiten, der ihr sehr half. Ihr Schmerz war tief, als ihr zweiter Sohn Carlos im März 1893 im Alter von sechs Jahren an Typhus starb.

Ich möchte, dass das Kreuz herrscht

Mit dem Einverständnis ihres geistlichen Leiters gravierte Conchita auf ihrer Brust das Monogramm IHS (Jesus) ein. Sie wünschte sich, Christus am Kreuz ähnlich zu sein und seinen Durst nach Seelen zu stillen. „Die Vereinigung mit dem Kreuz bringt in der Seele die erhabenste und selbstloseste Liebe zum Blühen. Es ist die reinste Liebe ohne Beimischung von Egoismus und Eigenliebe.“ Eines Tages erschien ihr der Hl. Geist in Gestalt einer Taube über einem Kreuz, in dessen Mitte sich ein mit Dornen umwundenes Herz befand. Der Herr sagte ihr: „Die Welt versinkt in der Sinnlichkeit, man liebt das Opfer nicht mehr, dessen Sanftheit man nicht kennt. Ich möchte, dass das Kreuz herrscht.“ Der Herr gab ihr zu erkennen, dass sie die „Ordensmänner und Ordensfrauen vom Kreuz“ gründen soll, deren Apostolat in der Vervollständigung der Botschaft der hl. Margareta Maria im 17. Jahrhundert bestehen sollte. Jesus sagte ihr: „Es waren die inneren Schmerzen meines Herzens, auf die man nicht achtet und die für mich ein viel schmerzhafteres Leiden darstellten als jene, die mein Leib auf Kalvaria erlitten hat.“ Im Jahr 1894 formulierte Conchita Vorsätze für ihre familiären und häuslichen Beziehungen.

Im folgenden Jahr ließ sich die Familie in Mexiko-Stadt nieder, wo Conchita das „Werk vom Kreuz“ gründete, dem Laien, Priester und Ordensleute angehörten. Die einzige Regel bestand darin, sich für die Wiedergutmachung der Sünden der Welt aufzuopfern, indem man sich mit Christus am Kreuz identifizierte. 1897 gründete sie die Kongregation der „Schwestern vom Kreuz vom Heiligsten Herzen Jesu“, kontemplative Schwestern die sich der Anbetung des Allerheiligsten und dem Gebet für die Heiligung der Priester widmeten und Katechismus-Unterricht erteilten.(Im Jahr 2017 zählte die Kongregation 269 Schwestern und 20 Häuser.) Der Erzbischof von Mexiko-Stadt ordnete im Jahr 1900 eine Untersuchung des Lebens und der Schriften der Gründerin an. Am 1. Oktober schrieb Conchita: „Heute hat mir der hochwürdige P. Melé, Visitator der „Kongregation vom Herzen Mariæ“, nach strenger Prüfung und nachdem er gebetet hatte, versichert, dass meine Spiritualität von Gott stammt und dass er bereit sei, das zu bezeugen.“

Conchitas Mann legte vor seinem Tod eine Lebensbeichte ab, und seine Angst verwandelte sich in völlige Übereinstimmung mit dem Willen Gottes. Conchita schrieb: „In dem Maße, in dem ich die Trennung herannahen sah, wuchs die Zärtlichkeit meines Herzens ihm gegenüber in beachtlichem Maß. Ich spürte, dass ich weder Kopf noch Glauben noch Vernunft besaß sondern nur ein Herz.“ Am 17. September 1901 starb Francisco Armida nach 17jähriger Ehe. Die 39jährige Conchita bewahrte die Verwundung über seinen Tod in ihrem Herzen. Sie sah, wie intensiv, rein und heilig die Liebe zu ihrem Mann war. Jedoch entdeckte sie viele Fehler in ihrem Leben als Ehefrau und warf sich vor, nicht mit ihrem Mann über die Geheimnisse ihres Herzens gesprochen zu haben. Am 3. Februar 1903 traf Conchita Pater Felix de Rougier (1859 – 1938), Oberer der Maristenpatres von Mexiko-Stadt. Sie begab sich unter seine geistliche Leitung und prophezeite ihm die Gründung einer neuen Ordensfamilie. Die Zeichen, die sie ihm für den göttlichen Ursprung ihrer Botschaft gab, waren für den Pater sofort glaubwürdig. Trotzdem zog er aus Vorsicht andere Personen zu Rate, fuhr danach nach Frankreich, wo er von seinen Oberen die Erlaubnis zur Gründung einer neuen Kongregation erbat. Deren erste Antwort war eine sehr klare Absage.

Mystische Inkarnation

Am 7. April desselben Jahres 1903 ertrank Conchitas Sohn Pedrito im Alter von vier Jahren. Weinend rang sie sich vor einem Kruzifix dazu durch, das ihr auferlegte Opfer Gott darzubringen. Im März 1906 machte sie neuerlich Exerzitien. Am 25. dieses Monats, am Fest der Verkündigung, sagte ihr der Herr: „Hier bin ich, ich möchte auf mystische Weise in deinem Herzen Fleisch annehmen.“ Aber als sie dachte, es handle sich um eine geistige Kommunion, fügte Jesus hinzu: „Nein, nein, das ist es nicht, es ist heute eine andere Weise, auf die du mich empfangen hast. Ich habe von deinem Herzen Besitz ergriffen. Ich habe auf mystische Weise in dir Fleisch angenommen, um mich nie wieder von dir zu entfernen.“ Von einer solchen Gnade sprach auch das Gebet der Heiligen Elisabeth von der Dreifaltigkeit, einer Karmelitin aus Dijon, das sie am 21. November 1904 verfasst hatte: „Oh verzehrendes Feuer, Geist der Liebe, komm über mich, damit sich in meiner Seele etwas wie die Menschwerdung des Wortes vollzieht. Ich möchte für Ihn im Übermaß eine weitere Menschheit sein, in der er sein ganzes Geheimnis erneuert.“

So wurde Conchita auf eine ganz besondere Weise zum Opfer für die Kirche und zwar in Einheit mit Christus, dem Priester und der Hostie. Jesus sagte ihr: „In deinem Herzen Fleisch anzunehmen hatte zum Ziel, dich in mich, den Schmerzensmann zu verwandeln. Du sollst aus meinem Leben heraus leben. Du weißt schon, dass das Wort Fleisch geworden ist, um zu leiden.“ Conchita trug so zum Heil tausender Seelen bei, entsprechend der Prophezeiung von 1889.

1906 trat ihr 17jähriger Sohn Manuel bei den Jesuiten ein. Conchita hätte es vorgezogen, dass er „Priester vom Kreuz“ würde aber sie respektierte seine Entscheidung voll und ganz. „Es ist klar, dass mein Mutterherz deswegen gelitten hat, aber ich bin glücklich, dieses Opfer Gott anzubieten. Bete immer, bete viel für mich. Sei Gott gegenüber großzügig. Das Leben ist zu kurz, um uns Christus nicht aus Liebe aufzuopfern.“ Nach ihren ersten drei Söhnen hatte Conchita einem Mädchen, auch Conchita genannt, das Leben geschenkt. Mit 15 Jahren legte diese ein Jungfräulichkeitsgelübde ab aber als sie von vielen jungen Männern umschwärmt wurde, erklärte sie auf einmal, nicht ins Kloster gehen zu wollen. Jedoch bekräftigte sie nach der Rückkehr von Exerzitien strahlend: „Mutter, ich habe Christus für immer erwählt!“ 1908 trat sie bei den kontemplativen „Schwestern vom Kreuz“ ein. Am 19. Dezember 1925 starb sie.

Mutter der Schmerzen

1909 gründete Conchita für Laien das „Liebesbündnis mit dem Heiligsten Herzen Jesu“. Sie errichtete im Jahr 1912 die Bruderschaft „Christus Priester“, eine Priestervereinigung zur Förderung der Heiligkeit des Priesteramtes. Ende Juni 1913 starb ihr 18jähriger Sohn Pablo an Typhus. „Oh Mutter der Schmerzen“, schrieb sie der Hl. Jungfrau Maria, „Mutter, die eine Mutter versteht, die gerade ihren geliebten Sohn verloren hat – opfere durch deine Hände, durch dein unbeflecktes Herz meinen eigenen Sohn der Heiligsten Dreifaltigkeit auf!“

Da die mexikanischen Bischöfe die Gründung der „Priester vom Kreuz“ durch Pater de Rougier wünschten, schrieben sie eine Bittschrift an Rom, um dies zu erreichen. Aber verleumderische Machenschaften stellten dem ein Hindernis entgegen. Die Kongregation für die Ordensleute verlangte also von Conchita, die diese Gründung vorhergesagt hatte, ihre Schriften an die Kongregation zu schicken. Daher nahm der Erzbischof von Puebla am 26. August 1913 Conchita mit zweien ihrer Kinder, den 22jährigen Ignacio und die 15jährige Lupe, aus Anlass einer Pilgerreise ins Heilige Land nach Rom mit. In Nazareth sagte Jesus zu Conchita: „Es ist kein Zufall, dass du hierhergekommen bist. Hier wirst du dich auf ganz besondere Weise der heiligsten Dreifaltigkeit weihen. Die mystische Inkarnation in deiner Seele ist keine Lüge, obwohl du es nicht zu schätzen wusstest. Sie ist eine Wirklichkeit, die sich über die Welt, die erkaltet ist, ausbreiten wird, und ganz besonders über die Priester.“ Am 13. November kniete Conchita weinend vor dem heiligen Papst Pius X. nieder: „Heiliger Vater, ich möchte kein Hindernis für diese Werke sein. Man möge mich zurückweisen und mich nicht berücksichtigen.“ Die Gründung der „Priester vom Kreuz“ wurde schließlich unter dem Namen der „Missionare des Heiligen Geistes“ zugelassen. Die Pilger reisten über Paray-le-Monial zunächst nach Spanien, wo Conchitas Sohn Manuel seinen 25. Geburtstag feierte und erreichten am 14. März 1914 Mexiko.

Pater de Rougier gründete die „Missionare des Heiligen Geistes“ am folgenden 25. Dezember in der Basilika Unserer Lieben Frau von Guadalupe. Die Ziele dieser neuen Kongregation waren Evangelisierung und die Förderung von Priester-Berufungen (2022 zählten die „Missionare des Heiligen Geistes“ 259 Ordensleute, davon 205 Priester in 51 Häusern).

Während Conchitas ganzen Lebens war Mexiko von einer antiklerikalen Politik und Verfolgungen der Kirche geprägt. Conchita selbst musste manchmal Priester und Ordensleute oder selbst Bischöfe bei sich verstecken.

Im Juni 1920 bot Manuel, ihr Jesuitensohn, dem Herrn an, nie mehr in sein Heimatland zurückzukehren und die Seinen nie mehr wiederzusehen. Trotz des großen Schmerzes war Conchita sehr stolz auf diesen Sohn, der ihr Herz und die Liebe zum Kreuz so gut verstanden hatte. Als er zwei Jahre später zum Priester geweiht wurde, vereinigte sie sich in tiefer Weise durch das Gebet mit ihm. Sie war darüber hinaus auf eine sehr besondere Weise geistig mit allen Priestern verbunden, für die sie ihre Leiden aufopferte und denen sie die Geheimnisse des Herzens Jesu anvertraute. Conchita verblieben drei Söhne und eine Tochter. Pancho, der Älteste, war siebzehn Jahre alt, als sein Vater starb; er hat seiner Mutter viel geholfen. Ignacio (geboren 1893) hat eine christliche Familie mit acht Kindern gegründet. Salvador (1896 geboren) und seine kleine Schwester Lupe (geboren 1998) waren die schwierigsten Kinder. Conchita schrieb über letztere: „Sie ist so distanziert und so schwierig, dass es kein Mittel gibt, sich ihr zu nähern.“ Sie gestand noch einmal: „Meine Kinder sind so kalt, so empfindlich und ich sehe deutlich, dass Gott jede menschliche Bindung und Zärtlichkeit von mir nehmen will.“ Jedoch bezeugten alle die Treue ihrer Mutter ihren Pflichten als Ehefrau und Mutter gegenüber. Der einzige Fehler, den Lupe ihr attestierte, war ihre große Liebe zum Essen und auch eine Schwäche für Süßigkeiten.

Die christliche Familie wird Hauskirche genannt, „weil die Familie die gemeinschaftliche und familiäre Natur der Kirche als Familie Gottes ausdrückt und verwirklicht. Alle Glieder der Familie üben gemäß der je eigenen Rolle das durch die Taufe erworbene Priestertum aus und tragen dazu bei, dass aus der Familie eine Gnaden- und Gebetsgemeinschaft wird, eine Schule der menschlichen und christlichen Tugenden und ein Ort der ersten Verkündigung des Glaubens an die Kinder (Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 350). Der Eintritt in die Kirche geschieht durch die Taufe: „Die Kirche ist die Familie der Kinder Gottes“, sagt Papst Franziskus … „eine Familie, wo man für alle Sorge trägt, weil Gott, unser Vater, uns durch die Taufe zu seinen Kindern gemacht hat. Deshalb ermutige ich weiterhin die Eltern, ihre Kinder so früh wie möglich taufen zu lassen … Vergleichen wir: Ein Kind ohne Taufe, weil die Eltern sagen: „Nein, erst wenn es groß ist“ mit einem getauften Kind, das den Hl. Geist in sich trägt. Dieses ist stärker, weil es die Kraft Gottes in sich hat“ (25.August 2018).

Lange und letzte Prüfung

Conchitas Kinder heirateten und verließen die Mutter, deren äußeres Apostolat immer mehr abnahm. Sie kannte daher die Einsamkeit des Herzens und auch jener der Seele zumal Gott selbst weit entfernt zu sein schien. „Ich bin in der größten Einsamkeit der Seele“, schrieb sie im November 1917. „Ich verstehe nichts mehr, in mir ist nur Chaos.“ Während der zwanzig letzten Jahre ihres Lebens ahmte sie die Tugenden Marias in ihrer Einsamkeit nach der Himmelfahrt Christi nach, um Gnaden für die „Werke vom Kreuz“ zu erlangen. Sie verbrachte die drei letzten Monate ihres Lebens mit großen körperlichen Schmerzen in Mexiko-Stadt. Die spirituelle Prüfung in ihrer Seele war so groß, dass ihr schien, als wäre Jesus ganz verschwunden. „Es ist, als ob wir einander nie kennen-gelernt hätten“, wiederholte sie immer wieder. Der Herr war jedoch immer bei ihr, um ihr mit seiner Gnade zu helfen. Conchita starb am 3. März 1937. Am 4. Mai 2019 wurde sie seliggesprochen; in Mexiko wird sie am 3. März gefeiert.

„Oh Jesus, wie anbetungswürdig bist du!“, schrieb Conchita. „Du schließt in deinem Tabernakel alle Herrlichkeiten des Himmels ein, die die Welt nicht kennen kann. Nur die Liebe konnte dein heiligstes Herz dazu bringen, dich so zu erniedrigen. Hier ist der Ort, wo sich das Leben meiner Seele befindet und das einzige Glück meines Herzens.“ Erbitten wir von der seligen Conchita uns eine tiefe und intensive Liebe zu Christus und der Eucharistie einzugeben!

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